Unisex Tarife bei Ablebensversicherungen: Nicht alles ist günstig

Mit dem 21. Dezember 2012 trat die sogenannte Unisex-Regelung bei den Versicherungen ein. Das bedeutet, dass die Versicherungsgesellschaften die gleichen Tarife anbieten müssen; somit wurden geschlechtsbezogene Tarifunterschiede aus der Welt geschafft. Vorteile wie Nachteile gibt es auf beiden Seiten. Während die Männer nun bei einer Risikolebensversicherung deutlich weniger Prämien zahlen müssen, erhöhte sich die Prämie bei den Frauen um 43 Prozent. Doch die Risikolebensversicherung zählt, trotz der immensen Erhöhung beim weiblichen Geschlecht, noch immer als günstigste Versicherung, wenn es um die Absicherung der Hinterbliebenen geht.

Die Arbeiterkammer hat dies zum Anlass genommen, sich die aktuellen Unisex Tarife einmal etwas näher anzusehen. Was sind die Erkenntnisse der neuen Unisex Tarife bei Ablebensversicherungen laut der AK?

Die Arbeiterkammer in Oberösterreich hat 15 Angebote von Versicherungen vor der Einführung wie nach der Einführung der Unisex-Regelung eingeholt. Die Versicherungssumme wurde mit 100.000 Euro festgesetzt, das Lebensalter der zu versicherten Person liegt bei 40 Jahren und die Laufzeit wurde mit 20 Jahren festgesetzt. Die versicherte Person ist Nichtraucherin, führt keine außergewöhnlich gefährlichen Freizeitbeschäftigungen aus, besitzt kein Motorrad und führt zudem auch keinen außergewöhnlich gefährlichen Beruf aus. Die 15 Angebote ergaben eine Jahresprämie zwischen 160 Euro und 330 Euro. Vor der Einführung der Unisex-Tarife lag die Jahresprämie bei 170 Euro, jedoch durchschnittlich zwischen 130 Euro und 210 Euro. Somit sind zwar die Tarife für die Frauen teurer geworden, mit dem Versicherungsvergleich ist es jedoch möglich, dennoch günstige Versicherungen zu finden.
Im Vergleich zu den kombinierten Produkten aus Erlebensversicherung wie Ablebensversicherung stellt die Risikolebensversicherung eine Versicherungsart dar, die durchwegs einige Vorteile mit sich bringt. Denn das Produkt ist transparent, günstig und zudem auch einfach in der Handhabung. Sollte der Versicherungsnehmer während der Laufzeit sterben, so wird die vereinbarte Summe als Einmalzahlung ausgezahlt. Begünstigt sind die Personen, welche beim Versicherungsvertrag eingetragen werden. Zudem ist es möglich, dass die Risikolebensversicherung innerhalb der Laufzeit gekündigt werden kann. Finanzielle Nachteile treten – im Vergleich zur Erlebens- wie Ablebensversicherung – nicht auf.
Doch desto älter die versicherte Person wird, umso teurer werden die Prämien. Wäre die oben angeführte Person unter 30 Jahre alt, so lägen die Prämienvorschreibungen zwischen 70 Euro und 160 Euro. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass eine Risikolebensversicherung in jungen Jahren für eine lange Laufzeit abgeschlossen wird. Das garantiert, dass die Prämie günstig bleibt. Natürlich können Risikofaktoren wie Raucher, Motorradfahrer oder Krankheiten sehr wohl dazu beitragen, dass die Prämie von Beginn an – auch in jungen Jahren – teurer wird.

Private Krankenversicherung: Lohnt sich eine private Krankenversicherung in Österreich?

Das gesetzliche System der Krankenversicherung hat in Österreich, verglichen mit anderen Ländern, noch immer einen exzellenten Ruf – Doch ist es auch bewiesen, dass man mit privater Zusatzversicherung größtenteils besser behandelt wird, als wenn man reiner Kassenpatient ist.
Private Krankenversicherungen übernehmen Mehrkosten, die die gesetzliche Krankenversicherung oft nicht bezahlt. Man kann zwischen privaten Zusatzversicherungen wählen, die zwischen zehn und fünfhundert Euro Monatsprämie vorschreiben, damit man vom erweiterten Versicherungsschutz profitieren kann. Selbstverständlich differieren die Leistungen der privaten Krankenversicherungen stark, abhängig von der eingezahlten Prämie.
Exakte Einsichtnahme in die Versicherungsbedingungen ist ebenso ratsam wie ein Vergleich der Leistungen der Anbieter der privaten Zusatzversicherungen vor Vertragsabschluss.
Folgende Leistungen werden in der Regel von der privaten Krankenversicherung geboten: freie Arztwahl, auch die eines Privatarztes sowie die Krankenhaus-Zusatzversicherung (diese schließt das Recht, im Spital auf Sonderklasse zu liegen, mitein).
Die private Krankenversicherung trägt alle Gebühren, die während des Krankenhausaufenthaltes anfallen, wenn man Sonderklasse im Spital beansprucht, und man kann sich aussuchen, welchen Arzt man konsultiert.
Viele private Krankenversicherungen bieten Kostenersatz für ambulante Heilbehelfe, etwa für Physiotherapien. Gegenstand der Versicherung können auch die Tagesgeldversicherung und die Zahnbehandlung (Leistungen für Zahnersatz und –behandlung) sein.
Prämienerhöhungen sind oft Realität, doch muss es dafür eine Grundlage im Versicherungsvertrag geben.
Fazit: In Österreich ist das gesetzliche Krankenversicherungssystem zwar kein schlechtes – Doch die Besserbehandlung von Privatversicherten (dies zeigt sich oft darin, dass Privatpatienten schneller zu OP-Terminen kommen als Kassapatienten) gilt als erwiesen. Deswegen sollte man, wenn man über das nötige Kleingeld verfügt, in eine private Krankenversicherung investieren.