Bonus-Malus-System

Das österreichische Bonus-Malus-System (von lat. bonus=gut, malus=schlecht) findet bei Haftpflichtversicherungen von Personen- und Kombinationskraftwagen sowie Klein-LKH Anwendung. Nach dem Bonus-Malus-System werden Versicherungsprämien entsprechend der Häufigkeit von Schadensfällen berechnet.

Ein Versicherungsnehmer wird zunächst einmal auf Stufe 9 eingestuft und bezahlt dort 100% der Versicherungsprämie (Grundprämie). Bei einem Schadensfall wird der Versicherungsnehmer um 3 Stufen hinaufgestuft und bezahlt eine entsprechend höhere Prämie. Bleibt der Versicherungsnehmer über einen Beobachtunszeitraum von einem Jahr unfallfrei, wird er in eine niedrigere Stufe umgereiht und spart Geld. Das klassische Bonus-Malus-System hat 18 Stufen. In der Prämienstufe 0 werden 50% der Grundprämie berechnet, in der Prämienstufe 17 200% der Grundprämie.

Versicherungsanbieter unterscheiden sich jedoch in der Ausgestaltung des Bonus-Malus-Systems. So bieten manche Versicherungsnehmer zusätzliche Bonusstufen, besondere Bedingungen für Zweitwagen oder Gutscheine für einen „Freischaden“, nachdem die Einreihung in eine höhere Versicherungsstufe unterbleibt.

Wird das Fahrzeug gewechselt, bleibt die Bonus- oder Malusstufe erhalten, wird das Fahrzeug abgemeldet, bleibt sie bei den meisten Versicherungen noch ein Jahr lang bestehen, dann wird der Versicherungsnehmer wieder in Stufe 9 eingestuft.

Das Bonus-Malus-System bietet einen starken Anreiz, für die Versicherung kostenpflichtige Schadensfälle zu vermeiden, was auch bedeutet, dass es billiger ist, kleine Schäden selber zu bezahlen, als in eine höhere Stufe umgereiht zu werden.

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