Schadenminderungspflicht

Die Schadensminderungspflicht kommt aus dem Schadensersatzrecht. Sie sagt aus, dass der Geschädigte dafür zu sorgen hat, seinen Schaden abzuwenden, so gering wie möglich zu halten oder zumindest den Schädiger auf die Gefahr eines hohen Schadens hinzuweisen.

In Österreich ist die Schadensminderungspflicht keine Rechtspflicht, sondern eine Obliegenheit. Das bedeutet, dass der Schädiger kein Recht hat, den Geschädigten zur Geringhaltung des Schadensereignisses zu verpflichten. Bei Nichteinhaltung der Schadensminderungspflicht kann dem Geschädigten jedoch der Ersatzanspruch gekürzt werden.
Wenn der Geschädigte also seiner Schadensminderungspflicht nicht nachkommt, kann es gemäß der österreichischen Rechtssprechung beispielsweise durch das Mitverschulden des Geschädigten zu einer Schadensteilung kommen. Der Geschädigte hat alle notwendigen Maßnahmen zur Schadensabwehr bzw. -minderung durchzuführen, die auch eine verständige und ordentliche Person treffen würde.

Beispiel
B schlägt bei A eine Scheibe ein, die Schadenhöhe beträgt 200 EUR. A lässt den Schaden jedoch nicht sofort reparieren, und so wird beim nächsten Unwetter der Parkettboden beschädigt, wodurch ein Schaden von 1.000 EUR entsteht. Da A nicht gemäß der Schadensminderungspflicht gehandelt hat, bekommt er nur die 200 EUR für das kaputte Fenster von B ersetzt. Den Parkettschaden von 1.000 EUR hat A selber zu tragen.
Weitere Beispiele für eine Schadenminderungspflicht sind das Aufsuchen eines Arztes nach einer Verletzung, das Absichern eines beschädigten Hauses oder auch das Löschen eines Brandes.

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